Pickel und Eisgeräte

Pickel und Eisgeräte sind hauptsächlich für Hochtouren, Touren im Eis und Winterbegehungen notwendig. Hier hat sich von der „klassischen“ Form eines Pickel wie dem legendären Hermann Buhl Pickel vom Nanga Parbat viel getan. Die Pickel bestehen alle aus Metall und sind laut Normen in zwei Kategorien klassifiziert:

  • B-Klasse: „Basisgeräte“ – Neue Bezeichnung: Typ 1
  • T-Klasse: „Technikgeräte“ – Neue Bezeichnung: Typ 2

Der Unterschied zwischen den Klassen liegt in der maximalen Belastbarkeit des Schaftes, für die Haue ergibt sich in Bezug auf die Tests kein Unterschied.

Folgende Eigenschaften sind bei Pickel und Eisgeräten wichtig

  • Krümmung: Gerader Schaft (Gletscherpickel) oder leicht gekrümmter Schaft (Führerpickel) bzw. Steilwandeisgerät oder stark gekrümmter Schaft (Eis-, Mixed- bzw. Drytooling-Gerät)
  • Länge: Bei Gletscherpickel geht man davon aus, dass bei aufrechtem Stehen, langem Arm und festem Griff der Haue, der Pickel bis zum Knöchel des Fußes gehen sollte. Führerpickel sind ca. 10cm kürzer, da für steilere Hänge und zum Klettern eine kompaktere Größe Vorteile bringt. Eisgeräte haben keine Längenunterschiede.
  • Befestigungsösen: Je nach Anwendungsfall sollte der Pickel / das Eisgerät im Übergangsbereich Schaft zu Haue bzw. am Schaftende (Position des Eisendorns) ein Loch zum Fädeln von Schnüren haben, um das Gerät mit einer Schlaufe am Handgelenk bzw. am Klettergurt zu befestigen (Absturzgefahr in Nordwänden). Ist man bereits viele Steilwände geklettert, kann diese Sicherung entfallen, wobei daran zu denken ist: Eine kurze Unachtsamkeit und man kann die Tour auf Grund von Eisgerät-Verlust abbrechen und muss unter Umständen mühsam abseilen oder mit einem Gerät weiterklettern.
  • Abnehmbare Schaufel/Hammer: Bei reinen Steileistouren (Eisklettern) sind die Schaufeln der Eisgeräte abzumontieren, da es durch das weite Ausholen beim Schlagen zu Verletzungen am Kopf kommen kann.
  • Einstellmöglichkeiten der Griffe: Bei Steileis- und Eisklettergeräten ist eine Einstellmöglichkeit der Griffe ein großer Vorteil. Ein satter Griff am Gerät sollte mit allen Handschuhgrößen möglich sein.

Nach ihrem Einsatzbereich und der Bauform lassen sich folgende Kategorien bilden:

 

Klassische Gletscherpickel

Für Hochtouren und zum Skibergsteigen: Leicht, gerader Schaft, Typ 1 zertifiziert. Die hier angeführten Modelle sind alle sehr ähnlich. Der Petzl Glacier hat den Vorteil, einen “echten” Stahldorn zu besitzen, welcher deutlich leichter in harten Untergrund gerammt werden kann.

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Petzl Glacier

Petzl - Glacier Literide - Eispickel

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Stubai Tour Ultralight

Stubai - Tour Ultralight Eispickel - Eispickel

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Black Diamond Raven Ultra

Black Diamond - Raven Ultra - Eispickel

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Führerpickel / klassischer Hochtourenpickel

Der Einsatzbereich eines klassische Hochtourenpickel geht über eine Gletscherbegehung hinaus. Speziell bei steilen Flanken, hartem Untergrund und bei Mixed-Passagen lassen diese Pickel sich deutlich besser handhaben. Die kürzere Bauform mit gekrümmtem Schaft erleichtert ebenso die Handhabung. Sollte der Pickel eurer Wahl keine Schlaufe besitzen, so bestellt euch dringend eine dazu. Ohne ist der Pickel nur halb soviel wert.

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Grivel Air Tech Evolution

Grivel - Air Tech Evolution T

Der Air Tech Evo von Grivel gilt als ein Premium-Pickel. Der Kopf ist Typ-2 zertifiziert und damit deutlich robuster als viele Vergleichsmodelle. Der schmale und scharfe Spitz am Schaftende sowie die angeschliffene Haue ermöglichen guten Grip in allen Lagen.

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 Edelrid Raid

Pickel von Edelrid mit austauschbarer Hacke und Schaufel, jedoch etwas schwerer als das Grivel-Modell.

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 Black Diamond Venom Adze

Black Diamond - Venom Adze - Eispickel

Pickel, der bereits in Richtung Steileisgerät geht. Auf jeden Fall universell einsetzbar und ein absolutes Top-Gerät für schwere Hochtouren.

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 Petzl Summit Evo

Petzl - Summit Evo - Eispickel

Der Klassiker von Petzl in einer überarbeiteten Version mit deutlich geringerem Gewicht. In allen Lagen zu gebrauchen.

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Eisgeräte für Nordwände und für leichtes Eisklettern bzw. Mixed-Klettern

Universell einsetzbare Eisgeräte sind für Eiswände ab 45° ein absolutes Must-Have. Spätestens wenn man, wie wir, eine Nordwand mit einem klassischen Führerpickel und einem Eisgerät begangen hat, kennt man den Unterschied und den Grund für diese Empfehlung. Die Hauen sind schmäler, das Gerät an sich dynamischer und es lässt sich besser halten und bedienen. Die zusätzliche Krümmung von Eisgeräten hilft dabei, den Schwung gut zu platzieren.

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Petzl Quark

Petzl - Quark - Eisgerät

Zum Petzl Quark gibt es nun wahrlich wenig hinzuzufügen. Das Produkt kann für den Hobby-Alpinisten bedingungslos empfohlen werden und ist für Eistouren bis ca. WI4 absolut geeignet. David Lama klettert damit die Eiger Nordwand und 7000er im Himalaya – ein Gerät für alle Alpinisten. Die Haue ist Austauschbar, die Schaufel ebenso. Modell mit Schaufel und Hammer verfügbar und individuell anpassbar. Der verstellbare 2.Griff ermöglicht einfaches Umgreifen bzw. kurzes Greifen – auch als Ablage für den Zeigefinger geeignet.

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Edelrid Riot

Edelrid - Riot - Eisgerät

Das Edelrid Riot kommt ganz nahe an das Quark heran. Doch mit der fehlende 2.Griffmöglichkeit vertut es seine Chance, mit dem Quark auf Augenhöhe zu sein.

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Grivel the Light Machine

Grivel - The Light Machine - Eisgerät

Grivel hat mit seinem Top-Produkt vieles richtig gemacht, kommt jedoch in Punkte Griffqualität und Haptik nicht an das Petzl Quark heran.

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Austrialpin Vampir 2 Alpin

AustriAlpin - Vampir2 Alpin - Eisgerät

 Gutes Eisgerät mit etwas einfachem Design. Die abstehende Schraube zum Einklicken der Schlaufe kann durchaus stören und es gibt leider ebenso keinen 2. Griffaufleger

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Black Diamond Viper

Black Diamond - Viper - Eisgerät

 Das Viper von Black Diamond ist für uns das einzige Eisgerät, welches es mit dem Quark aufnehmen kann. Je nach Sympathie und Preislage kann auch dieses empfohlen werden, wobei man für Petzl Geräte leichter Ersatzteile bekommt.

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Eisgeräte für schweres Eisklettern bzw. Mixed-Klettern und Drytooling

Eisgeräte dieser Kategorie haben nur mehr auf extremen Routen und in Eisklettergärten ihre Berechtigung. Wer allerdings nicht ständig mit Eisklettern beschäftigt ist, sollte sich ein Eisgerät für Steilwände ala Petzl Quark besorgen. Wer sich dennoch für ein Eisfall-Eisgerät entscheidet, sollte dieses unbedingt vorher testen.

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Petzl Ergo

Petzl - Ergo - Eisgerät

Das Ergo von Petzl ist ein Wettkampfgerät und nur bedingt für alpine Touren geeignet. Qualitativ ist Petzl mit allen Eisgeräten im Premium-Segment – auch mit dem Ergo. Die Griffgröße ist wie beim Nomic einstellbar.

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 Petzl Nomic

Petzl - Nomic - Eisgerät

Das Nomic ist eines der meistverkauften Eisgeräte in diesem Segment.  Tolles Handling und gute Gewichtsverteilung. Die Griffgröße ist wie beim Ergo einstellbar. Das Gerät hat etwas weniger Krümmung wie das Ergo und daher ideal für alpine Steileisrouten und Mixed-Touren ab WI4 / M5.

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 Edelrid Rage

Edelrid - Rage - Eisgerät

Eine Alternative zum Petzl Nomic.

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 Grivel X Monster

Grivel - X-Monster - Eisgerät

Grivel ist beim Design seines “X Monster” Modells neue Wege gegangen. Nicht unbedingt zu dessen Vorteil – durch das dünne Blech zwischen Griff und Kopf lässt sich das Gerät leicht elastisch verbiegen. Da es zertifiziert ist, wird es der Belastung durchaus gerecht, jedoch macht es bei der Handhabung keinen sehr stabilen Eindruck. Vorteil dieses Effekts ist, dass man die Klemmkraft optisch “abschätzen” kann. Großer Vorteil: Der Preis. Ob das Modell auch die Preis-Leistungs-Klasse anführt, bleibt jedoch fraglich. Uns hat es nicht gefallen.

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 Grivel the Machine 3.0

Grivel - The Machine 3.0 - Eisgerät

 

Grivels Premium-Eisgerät – nahezu Ident zum Nomic von Petzl. Je nach Geschmack steht es leicht über oder unter dem Petzl Nomic.

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Zubehör – Leash

Leashs dienen als Verbindung zwischen Eisgerät und Klettergurt. Wer hier 10€ bei 400€ Eisgeräte-Wert sparen möchte, kann auch 2 Rundschnüre verwenden. Ideal wären je ein Schraubkarabiner an den Geräten, um diese bei Bedarf aushängen zu können. Warum braucht man eine Leash? Ein Szenario: Nordwandtour an der Hinteren Schwärze, man hackt das Gerät in das Eis (einhängen im Eisschraubenhalter dauert zu lang – Faulheit sei dank) um die Hand für eine Zwischensicherung frei zu bekommen. Plötzlich ein Windstoß, das Gerät sitzt nicht fest genug im Eis und ist am Weg nach unten. Selbst wenn es den Nachsteiger nicht erschlägt: Eine persönliche Katastrophe – Weiterklettern unmöglich: Abstieg – 200m Abseilen mit Eissanduhr-Bohrungen ala Abalakov.

Und mit Leash: Gerät hängt 1m unter der Hüfte, wieder hochziehen, fertig. Das Szenario lässt sich mit Hände ausschütteln, Helm richten, Seil licken, etc. erweitern – die Möglichkeiten eines seiner 200€ Eisgeräte in der Randkluft zu versenken, sind quasi grenzenlos.

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Petzl Fangleine V Link

Petzl - Fangleine V Link

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 E-Climb 2 Toolclip & Spinloop

e-climb - 2 Toolclip & Spinloop - Befestigungssystem

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 DMM Freedom Leash

DMM - Freedom Leash - Befestigungsschlaufe

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 Edelrid Spinner Leash

Edelrid - Spinner Leash - Fangleine

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